ATELIER UDK BERLIN

Das Bildhaueratelier im Ensemble des Hauptgebäudes der Universität der Künste Berlin wurde 2000-2002 vom damaligen studentischen Büro 1:1 für die Klasse von Professor Tony Cragg geplant und realisiert.

Das Gebäude besteht aus Kern und Hülle. Der tragende Kern als Betonwand steht auf den noch vorhandenen Fundamenten des ehemaligen Ateliers, nimmt die vorhandene Höhe der Bestandswand auf und schliesst damit am Bildhauerflügel der Gebäudeanlage an. Er bildet und umgibt den eigentlichen Arbeitsraum der Bildhauer, den Hauptraum des Ateliers, grenzt ihn von den Nebenräumen ab und endet mit der Umwicklung der Treppe als Turm. Auf diesem Kern liegt der Dachstuhl des Hauses, der die Hülle, Dach und Fassade, trägt. Am Turm in der Nordfassade kommen Kern und Hülle in der Umwicklung des Treppenturms zusammen und öffnen die Fassade einer raumhohen Pfosten-Riegelkonstruktion aus Stahl und Glas mit einem Schiebetor.

Die Hülle übernimmt die Rolle der Architektur als Teil ihrer Umgebung, indem sie in ihrer Proportion die Kubatur des ehemaligen Ateliers aufnimmt und die Gebäudeanlage zur ursprünglichen Form ergänzt. Durch Neigung und Materialität setzt sie sich aber bewusst vom Altbau ab: Sie ist leicht geneigt und bildet den Wetterschutz mit einer tragenden Schale aus verzinktem Trapezblech, der Isolierung sowie der Aussenverkleidung aus Titanzink, ein am Altbau vorhandenes Material. Nur wenige Öffnungen in Süd- und Ostfassade belichten die Nebenräume des Ateliers.

Nach 20 Jahren intensiver Nutzung soll nun ein Einbau realisiert werden als Erweiterung der Fläche im Obergeschoß, so dass Raum und Arbeitsfläche für die neuen Bedürfnisse der Bildhauerklasse von Professorin Monica Bonvicini entsteht.

2002/ 2021-

büro 1:1 (mit Lina Gieselmann, Holger Lindmüller, Tinka Wilshues und Melanie Valle Thiele)

 

Bauleitung: Philip Engelbrecht